Der Chronist erzählt ...

 

Man möchte meinen, dies sei ein überscha ubarer Raum. Aber in unserer schnellebigen Zeit ist das Zurückblättern von Jahrzehnt zu Jahrzehnt recht schwer geworden, einmal weil es an Aufzeichnungen mangelt, dann aber auch, weil wir selbst so selten stillestehen, um nach rückwärts zu blicken. Wie ideal und zuglei c h schwierig eine Feuerwehrgemeinschaft fortbestehen kann, soll diese Rückschau auf die vergangenen Jahre beweisen.

Banner Biesenbach


Obwohl einige Jahre dieser Historie nicht durch Aufzeichnungen belegt werden können, ist dennoch im Zeitraffer-Stil klar erkennbar, daß die Freiwillige Feuerwehr Lützenkirchen stets ihre Aufgabe in guten wie auch in schlechten Zeiten pflichtbewußt erfüllt hat.

So alt die Lützenkirchener und auch Quettinger Heimatgeschichte ist - um 1100 wird „Luzelenkerke" erstmals schriftlich erwähnt-, so alt dürfte vielleicht auch der „Feuerwehrgedanke" sein, eben helfen, retten, löschen. Von organisierter Feuerwehr in früheren Jahrhunderten kann man da nicht sprechen. Doch Brände zu löschen galt es immer, egal mit welchen Mitteln. Panik bei den Bewohnern, mangelnde Hilfsmittel und vor allem fehlende Organisation machten meist den Löschversuch bei Bränden zum erfolglosen Versuch!
Dies änderte sich im 19. Jahrhundert. Die damalige „Obrigkeit" zeigte von Amts wegen erste Ansätze zur Schaffung von organisierten Löschtrupps. Einige Gemeinden waren diesbezüglich sehr schnell initiativ, in Lützenkirchen war man anno 1908 soweit, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen

Wie war das noch damals?
Den Überlieferungen zufolge gab „Herr Bürgermeister Sürder zu Schlebusch" die Veranlassung, sich am 31. Mai 1908 im „Locale" des Herrn Josef Boddenberg in Lützenkirchen zu versammeln, zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Lützenkirchen.

Laut Versammlungsprotokoll hatten sich 60 junge Leute eingefunden, welche alle eine „willkommene Aufnahme" fanden. Mit von der Partie am Gründungstag war natürlich BM Sürder, der die für die Rheinprovinz geltenden Statuten der „Feuerwehrreform" verlas und anschließend den ersten Vorstand der neu gegründeten FW Lützenkirchen wählen ließ.

Zum I. Brandmeister und damit Chef der neugegründeten Wehr wurde Peter Herweg (Klief) gewählt, als sein Stellvertreter der Lehrer Andreas Büschbell (Lützenkirchen). Zum Vorstand gehörten ferner der Führer der Steigerabteilung, Gerhard May (Holzhausen), der Führer der Spritzenabteilung, Josef Paffrath (Wüste), der Führer der Ordnungsabteilung, Ernst Wette (Lützenkirchen) und der Kassen- und Zeugwart sowie Schriftführer, Josef Kollbach (Lützenkirchen).

Die Versammlung wurde damals in dem „freudigen Bewusstsein" geschlossen, zu einem Werk den Grundstein gelegt zu haben, das der Gemeinde Lützenkirchen zum Segen gereichen möge, getreu dem Wahlspruch „Gott zur Ehr! Dem Nächsten zur Wehr!

Nun, nachdem die Feuerwehr Lützenkirchen jetzt konstituiert war, betrieb man recht zügig den weiteren Aufbau und die Ausrüstung der Löschtruppe.
Am 9. Juni 1908 traf sich die Wehr zur Hauptversammlung im „Locale" des Herrn Carl Steinacker zu Lützenkirchen. Auf der Tagesordnung stand das „Anmessen der Anzüge und Helme", die Aufnahme neuer Mitglieder sowie die Wahl eines „Vereinslokales".

So wurden also die Maße genommen, durch Zuruf 11 neue Wehrleute aufgenommen und beschlossen, jedem der Wirte, die sich „aktiv" an der Wehr beteiligen, für jeweils ein Jahr das „Vereinslokal" zu übertragen. Früh aufstehen mußten vor 75 Jahren die Wehrleute auch schon. So wurde für den Sonntag (14. Juni 1908) um „5112 Uhr" eine Übung angesetzt.


Auf der Versammlung am 16. Juli 1908 beschloss man, dass sonntags morgens von 1/2 6 bis 1/2 7 Uhr geübt werden sollte. Dazu sollten die „Hornisten" und der „Tambour" für jedermaliges Wecken eine Vergütung von 50 Pfennig aus der Vereinskasse erhalten.

1912- Drei Löscheinsätze in Lützenkirchen und Quettingen. Ein Tambourcorps wird gegründet (Leitung Karl Kolb) und unter seinem Nachfolger Fritz Lauber zu einem in musikalischer und kameradschaftlicher Hinsicht nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Feuerwehr.

Übrigens: Im Sommer 1908 stellte das Bürgermeisteramt Schlebusch die erste von Hand gezogene
Kolben-, Saug und Druckpumpe zur Verfügung. Die erste Übung wurde noch in Zivil abgehalten, da die Lieferung von Feuerwehruniformen auf sich warten ließ.
Wir schreiben weiterhin das Gründungsjahr 1908:
Durch Hörner wurde die Wehr zum ersten großen Einsatz nach Bornheim gerufen. Es war der 8. August 1908. Auf schnellstem Wege, so hieß es, mussten die Wehrleute zu einem Scheunenbrand von Born nach Willems. Schwitzend, keuchend und in Zivil zogen sie die Handspritze gen Bornheim. Unterwegs liehen sie sich ein Pferd, spannten es vor die Spritze - und - erreichten mit Mühe die rauchenden Überreste von Bolls Scheune. Bilanz in 1908: Vier Löscheinsätze.

1909 -Vier Löscheinsätze (Haus- und Scheunenbrände). Die Ausrüstung der Wehr wurde weiter komplettiert. Unter anderem gab’s für die Abteilungsführer je ein Beil!

1910 - Im zweiten Jahr des Bestehens gab es endlich die lang ersehnten Uniformen, die dann mit besonderem Stolz würdevoll getragen wurden, weil damals zu Kaisers Zeiten Uniformen „in" waren.
Im alten Schulgebäude stand fortan die neue Saug- und Druckspritze, ein Steigerturm wurde gebaut und weil die Wehrleute sehr „bei der Sache" waren, fanden sie in bezug auf Disziplin und Können auch bei Besichtigungen durch den Kreismeister Gläßner vollste Anerkennung. Auch in diesem Jahr betrieb man weitere Aufbauarbeit.

1911 -Vier Löscheinsätze, (Haus- und Scheunenbrände). Heinrich Schnell übernahm die Steigerabteilung und am ersten Sonntag im Oktober (Kaisers Geburtstag) feierte man das Stiftungsfest.

1913 - Vier Scheunen, Saal- und Wohnhausbrände waren zu bekämpfen. Es waren für längere Jahre die letzten Einsätze, denn als 1914 der I. Weltkrieg ausbrach, wurde es still in der Feuerwehr Lützenkirchen. Fast alle Wehrmänner wurden zu den Waffen gerufen. Alarme und Übungsdienste gab es fortan nicht mehr in der Wehr.
Aus dem Weltkrieg kehrten sieben Wehrleute nicht mehr heim. Dies wurde mit Bitternis vermerkt.

1915- Als die ersten Gefangenen in der alten Schule untergebracht wurden, musste die Wehr ihre Helme und Arbeitsjacken an diese abgeben. Während der Kriegszeit gab es zum Glück in der Gemeinde Lützenkirchen keine nennenswerten Brände zu verzeichnen.

1916-1918 Kriegsjahre, keine Aktivitäten in der Lützenkirchener Feuerwehr.

1919-BrandmeisterAndreas Büschbell übernahm die Führung der Wehr, Berndhard Tombeil wurde Steigerführer, kurz darauf abgelöst von Heinrich Ohlig, dieser wiederum abgelöst von Richard Klein. K. Kölbach (Spritzenführer) und W. Schulten (Schlauchwagenabteilungsführer) komplettierten die Führungsspitze der nach den Kriegswirren neu formierten Wehr.
Maßgebend für die Neubildung der Wehr war der Brand (Februar 1919) in Sporrenberg.

1920 - Drei Stall- und Scheunenbrände in Hamberg und Quettingen.
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1921- „Dann kam der schwarze Tag für die Wehr", so überliefert Brandmeister Büschbell den 19. Mai 1921, als die so genannte „Ruhrbesatzung" einrückte. Das Gerätehaus wurde als Pferdestall von den Besatzern benutzt und somit alles Löschgerät entfernt. Ausrüstungsgegenstä
nde und Schläuche kamen abhanden - darunter alte historische Ledereimer-. Es bedurfte viel Arbeit, um nach Abzug der
fremden Truppen die Wehr wieder auf die alte Höhe zurückzuführen. Jakob Kollbach, seit 1920 Schriftführer und Kassenwart, erwarb sich dabei Verdienste, als es galt, Schäden zu heilen, Schläuche und Uniformteile zu ersetzen.

1922 - Ein Feldscheunenbrand war zu löschen. Der Übungsbetrieb ging in gewohnter Weise weiter.

1925 - Das Gerätehaus wurde als Notbehelf wieder zurechtgeflickt, hieß es, in dem Zustand allerdings der hohen Aufgabe einer Freiwilligen Feuerwehr wahrlich nicht würdig, stell
img020te man fest. Sechs Brände mussten gelöscht werden, überwiegend Stall- und Scheunenbrände.

1926 bis 1930 - Insgesamt 17 Brände wurden bekämpft.

1930 - Ein sehr bedeutungsvolles Jahr für die Wehr, denn die Gemeinde Lützenkirchen wird von Opladen „eingemeindet". Damit verlor die Lützenkirchener Freiwillige ihre Selbständigkeit. Andererseits hatte aber die jetzige Zusammengehörigkeit mit der Feuerwehr Opladen auch ihre Vorteile. In diesem Jahr gab’s drei Brände zu löschen, 1931 zwei Brände.
Am 31. Mai 1930 war es dann soweit: Opladens Bürgermeister Dr. Brühl gab an den Leiter der Wehr Opladen, Branddirektor Fribus Anweisung, die Wehr Lützenkirchen zu übernehmen und die Feuerwehrmänner zusammenzuführen zum Wohl der Bevölkerung Opladens. Kameradschaft sollte geübt werden. Opladens Wehr macht den Anfang, „marschiert" mit Frauen und Kindern am 29. Juni nach Lützenkirchen. Mit den Lützenkirchener Wehrleuten nebst Familien wurde dann in der Gaststätte Heinrichs (Klief) kräftig gefeiert. img023

In den folgenden Jahren wurden die Einsätze von Opladen ausgeführt, andererseits ist (leider) der weitere Weg des IV. Löschzuges nicht lückenlos aufzuzeigen.

1933- Am 27. und 28. Mai feiert der Löschzug IV aus Anlass seines 25jährigen Bestehens sein Gründungsfest. Das Leben in der Lützenkirchener Wehr ging nach alter Tradition weiter, auch wenn man in Anbetracht der jetzigen Zugehörigkeit zur Opladener Wehr, etwas wehmütig an die frühere Selbständigkeit zurückdachte.

1935- Ein lang ersehnter Wunsch geht in Erfüllung: der IV. Löschzug erhält eine tragbare Magirus-Pumpe (mit DKW Motor) mit einer Zahl von 600 Litern pro Minute. Die Pumpe war auf einem vollgummibereiften Anhängerinstalliert.
Die erste Handdruckspritze von 1908 blieb bestehen. Man erinnert sich, dass 1939/40 die so genannte „Hitler-JugendFeuerwehr" mit dieser Handdruckspritze üben sollte, und zwar anlässlich eines Hochwassers 1940 in Opladen. Harte Arbeit für die 14- bis 17jährigen Jungen, die diese schwere Pumpe im Handzug von Lützenkirchen zum Staderfeld und zurück transportieren mussten.

1938 - Der Löschzug IU Lützenkirchen erhält ein neues, aus Stein gebautes Feuerwehrhaus mit Schulungsraum und Steigeturm. Das Material hierzu lieferte der abgerissene „Schöllerhof". Die so gewonnenen Steine holte man damals mit Pferd und Wagen nach Lützenkirchen. Großartiger Kameradschaftsgeist der gesamten Wehr Opladen, hieß es damals.
Das „Ende" der Opladener Wehr kam im gleichen Jahr, als die komplette Wehr dem „Sicherheits- und Hilfsdienst (SH D) Leverkusen-Opladen zugeordnet wurde. Der „Zeitgeist" machte auch nicht vor den Feuerwehren halt. Scan10003
In Lützenkirchen ging es dennoch weiter. Anstelle des verstorbenen Brandmeisters Andreas Büschbell trat der langjährige Steigerführer Richard Klein, der 1941 zum Brandmeister avancierte und Führer des Löschzuges IU Lützenkirchen wurde.

1943 bis 1944 - Der Löschzug wurde voll motorisiert. Zur Verfügung standen ein LF 8 und ein TLF 15.
Als der Krieg aus war, begannen nach 1945 die Nachkriegswirren. Man schloss sich auf freiwilliger Basis zusammen und übernahm unter Leitung von Brandmeister Jakob Evertz den Bevölkerungsschutz vor plündernden Polen und Russen. Laut Statistik gab es vom 16. Mai bis zum 18. September 1945 23 Alarmeinsätze, wobei die „Plünderer" verscheucht werden konnten.

1945 - Begleitung des ersten Martinszuges in Lützenkirchen.

1946 - Kameradschaftsabend des Zuges bei Josef Boddenberg. Der neue Grundstein war gelegt.
Lösch- und Rettungsübungen finden das Interesse von rund 5000 Zuschauern.

1947 - Erste Wehrversammlung in Opladen mit der Wahl von Arnold Böger zum neuen Wehrleiter.

1948 - Festveranstaltung im Saale Heinrichs (Wiehbachtal) aus Anlass des 40jährigen Jubiläums des Löschzuges Lützenkirchen.
1950 - Der Zug Lützenkirchen wird geteilt. Für Lützenkirchen wird Brandmeister Jakob Evertz, für Quettingen Brandmeister Erich Oppermann als Gruppenführer bestellt.

1958- Am 6. Januar wurde unter Leitung des Wehrführers und Hauptbrandmeisters Arnold Böger „eingesehen", dass nur die Zusammenführung der Gruppen die Schlagkraft der Wehr zu einem vollen Erfolg führen konnte. Man hätte in Betracht ziehen müssen, dass Jahrzehnte lang eine Rivalität der beiden Orte Quettingen und Lützenkirchen bestand, die bei allen Möglichkeiten zum Ausbruch kam und auch in der Feuerwehr ihren Niederschlag fand.
Also legte man auf der Generalversammlung den Grundstein zum II. Zug (Zugführer wurde Erich Oppermann). Brandmeister Jakob Evertz blieb
Gruppenführer Lützenkirchen. Das Personalkarussel drehte sich weiter, es gab Beförderungen und Ernennungen seitens des Opladener Stadtrates.
Im Verlauf der Zeit konnten die „Schwierigkeiten" und „Rivalitäten", wie sie zwischen der Lützenkirchener und Quettinger Gruppe bestanden, abgebaut werden.
Die Lützenkirchener Wehrleute schafften es, ein flottes Jubiläumsfest aufzuziehen, welches auch bei der Bevölkerung regen Anklang fand. Mit von der Partie am 21. Juni 1958 neben vielen Offiziellen auch die Feuerwehrkapelle Opladen, die Gesangvereine Edelweiß (Dürscheid), Rheinland und Quettingen.
Ehrenkreisbrandmeister Müller ehrte die noch lebenden Gründer Klein, Dräger, Schulten, Kolb, Münster und Bliesenbach mit einem Geschenk.
Das Jahr 1958 stand übrigens auch im Zeichen zweier großer Einsätze (Unwetter und Großbrand), die härteste Anforderungen an die Wehrleute stellten. Beim Brand des Bauernhofs Frowein-Wette (26. August 1958) konnten im Großeinsatz zwar Stallscheune und Scheune nicht gerettet, jedoch das Wohnhaus vor den Flammen geschützt werden.

1959 - Bunter Abend in Quettingen. Erich Oppermanns Arbeit zeigt Früchte, daß sich beide Gruppen zusammenfinden.
Weitere „Einsätze" (Blutspendeaktion, Reinigung der Dachrinne des Kirchenschiffs). Oberbrandmeister Erich Oppermann scheidet aus Altersgründen aus der Führung des II. Zuges aus. Oppermanns Wunsch, ein Gerätehaus und Fahrzeug für die Gruppe Quettingen zu erhalten, blieb ihm versagt. Sein Nachfolger wurde Obm Jakob Evertz.

1960- Bestandsaufnahme auf der Jahreshauptversammlung. (Personal, Fahrzeuge und Geräte). Natürlich standen auch Beförderungen und Neuaufnahmen in die Wehr an.
Ein so genannter „Knall" war unüberhörbar. Die von der Stadt Opladen gebildete Feuerwehrrücklage war aufgelöst worden. Qpladens BM Wiefel versprach, dass die (für andere Zwecke verwendete) Rücklage wieder auf ihre alte Höhe gebracht werde.
- totaler Motorschaden des LF 8 (Fahrzeug war ohnehin schrottreif). Ein ausgemusterter Krankenwagen wurde Ersatz.
Ansonsten hatten die Lützenkirchener Wehrleute bei ausgezeichneter Kameradschaft immer etwas zu tun, ob an den Fahrzeugen, Geräten oder am und im Gerätehaus.

1961- 1 TLF 16 für Quettingen und zwei Funksprechgeräte werden beschafft, die Gerätehäuser instand gesetzt. Dann Einsätze im Juni nach schweren Unwettern, rund 90 000 DM Schaden beim Großbrand Kuhl (Hirzenberger Mühle).

1962 - Man diskutiert über die Planung des neuen Gerätehauses. Ein guter Ausbildungsstand herrscht vor. Ansonsten immer wieder Übungen, Unterrichte, Versammlungen und kleine Alarme. Baubeschluss neues Gerätehaus.

1963 - neues TLF an Zug Lützenkirchen übergeben. Abriss des alten Gerätehauses. OBM Jakob Evertz gibt wegen Erreichung der Altersgrenze den Zug ab. Sein Nachfolger: OBM Adolf Schröder.
Beschluss: Zusammenlegung der Gruppen Lützenkirchen und Quettingen.

Weitere Einsätze (nach Unwetter mit starken Regenfällen).

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1967- Tag- und Nachtübungen, echte Alarme (unter anderem Ölalarme) hielten die Wehr in Bewegung. Rettung von lebensmüden Menschen. Kameradschaftspflege in gewohnter Art und Weise stand ebenfalls auf dem Programm. Nach über 40 Jahren freiwilligen Dienst geht Adolf Schröder in den Ruhestand. Erich Rütz wird Zugführer.

1964 - Gerätehaus für den 11. Zug wird fertig. Gruppen Lützenkirchen und Quettingen in einem Zug vereinigt. Immer wieder Alarme (Brandstiftung!). Die Bauern stellen Wachen auf, die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Horst Miller übernimmt die Feuerwehr Opladen, Hans Erff wird Vertreter
Am 18. Juli festliche Einweihung des neuen Gerätehauses. Großübung im Rahmen des Katastrophenschutzes mit anderen Hilfsorganisationen. Übungsthema: Flugzeugabsturz auf die Firma Schusterinsel. Im Rahmen dieser Übung erhielt die Feuerwehr für ihre Ausbildung, Ausrüstung und Zusammenarbeit mit anderen Organisationen eine sehr gute Kritik

1965 - Durch Initiative des Löschzuges II wird die Altersabteilung aktiviert. Der zunächst nur für die „alten Herren" gedachte Frühschoppen fand bei einem Großteil der Bevölkerung Anklang.
Negativ: Totalschaden des neuen TLF 16.
Einsätze: Keller- und Zimmerbrände, Pumparbeiten. Ein Planspiel (Flugzeugabsturz) wird durchgeprobt. Lehrgänge und Prüfungen stehen auf dem Ausbildungsprogramm.
Nochmals Großübung in Langenfeld mit Teilnahme des II. Zuges

1966- Mitwirkung beim 80jährigen Jubiläum der Feuerwehr Opladen
Gefährlicher Einsatz am 28. März (Bergung eines durch den Sturm zur Hälfte losgerissenen Daches eines sechsgeschossigen Wohnhauses am Weidenbusch.)
Beschaffung des längst benötigten LF 8.

Am 11. 8.1968 brannte ein Hühnerstall auf dem Mönchhof in Quettingen. Der Großbrand konnte nur mit größerem Feuerwehraufgebot gelöscht werden. Zeitweise waren 5 B und 10 C Rohre im Einsatz. Neben den Löschzügen Opladen und Lützenkirchen kamen die Freiwilligen Feuerwehren von Langenfeld, Burscheid, Leichlingen und Bergisch-Neukirchen zu Hilfe. 18 Stunden dauerten die Löscharbeiten.
1968 bis 1973 - Eine vielfältige Palette des Feuerwehrwesens kann registriert werden. Immer wieder Löscheinsätze, aber auch gesellige Veranstaltungen. Auf die Ausbildung aller Wehrleute wird nach wie vor großen Wert gelegt.

1972 Rütz Stellv. Wehrführer, Josef Bosbach Zugführer.

1974- Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Josef Bosbach übernahm Hauptbrandmeister Erich Rütz den Zug II als Zugführer.
Seit August/September 1974 „liefen" bei der Feuerwehr schon die Eingemeindungsgespräche. Alle Feuerwehrführer Leverkusens und Opladens zeigten Entgegenkommen, die Finanzen wurden abgesteckt und der neue Kreisverband erstellt. Mit Stolz weist man darauf hin, dass die Feuerwehr zur Stunde „Null" des Vollzugs der Gebietsneuordnung voll einsatzbereit war.

1975- Nach vollzogener Gebietsreform (Zusammenlegung der Städte Leverkusen und Opladen) sind die Wehren jetzt in einer Hand. Natürlich bleiben die „Freiwilligen Wehren" weiter unentbehrlich, hieß es. Unter diesem Aspekt stand auch die Feierstunde am 5. Januar 1975, wo die Übergabe der Wehren an den Leiter der Leverkusener Feuerwehr, Brandoberamtsrat Horst Zaubitzer, vollzogen wurde.
Offiziell heißt es jetzt wieder Zug Lützenkirchen mit der Nr. 62. Der Zug Lützenkirchen weist einen Personalbestand von 33 Wehrmännern auf. Die Zusammenarbeit der Wehr sei gut, die Dienstbeteiligung des Zuges läge über dem Durchschnitt, hieß es.

1976 - Personalerhöhung auf 36 Wehrmänner. 6 Alarme, 52 Übungen, Schulungen, Fahrübungen (2481 Stunden), Sicherheitswachdienste und freiwilliger Arbeitsdienst stehen im Rapport.
Teilnahme an Feuerwehr-Jubiläen, Durchführung eines Flugtages des Zuges 62, Weinfest, Filmabend und Weihnachtsfeier standen ebenfalls auf dem Programm. Zugführer HBM Erich Rütz wird zum stellvertretenden Vorsitzenden des neuen Stadtkreisverbandes gewählt.

1977 - Erhöhung des Personalbestandes auf 38 Wehrmänner. 22 Alarme, 63 Übungen etc. (2758 Stunden) und 33 Sicherheitswachdienste werden geleistet zuzüglich 946 Stunden freiwilliger Arbeitsdienst zur Erhaltung der Einrichtung, Verbesserungen in und an den Gebäuden, Fahrzeugen und Geräten. Beförderungen werden ausgesprochen, Lehrgänge absolviert und erfreuliche Aktivitäten innerhalb der Altersabteilung festgestellt. Man war unterwegs zu einer „Fahrt ins Blaue", wanderte, und reiste zur Tankwagenweihe ins Tiroler Fieberbrunn, mit deren Feuerwehr den Zug 62 eine mehrjährige Freundschaft verbindet.

1978-Auch in diesem Jahr waren die Männer des Zuges 62 mehrfach im Einsatz und nahmen an besonderen Übungen teil. Lehrgänge wurden absolviert und natürlich kam auch der gesellige Teil nicht zu kurz.

1979 - 21 Alarme (vom Zimmer bis zum Baubudenbrand), davon auch vier böswillige Alarme. Wieder wurden Lehrgänge durchgeführt, wobei vom Zug 62 als Ausbilder die HBM Rütz, OBM Müller und UBM Mausbach in beiden Lehrgängen eingesetzt waren. Eine Vielzahl von Beförderungen wurde ausgesprochen. Frühschoppen, Begleitung von Martinszügen, Wandertag nach Uppersberg und eine Wochenendfahrt nach Fieberbrunn waren Mittelpunkte des geselligen Feuerwehr-Lebens.

1980 - Übung im Rahmen des Katastrophenschutzes „Jugendhaus brennt", 22 Alarme, Lehrgänge etc. forderten von den Wehrleuten einiges ab. Gesellig war es auch wieder bei den „62ern" (Grillfest, Frühschoppen, Altweiberball u. a.). Man leistete Hilfe im Kleingarten eines schwer behinderten Gartenfreundes und hatte einen spektakulären Einsatz im Gelände des Haus Nazareth, wo umgestürzte Pappeln „geborgen" wurden. Ganz groß stieg die Wehr Lützenkirchen mit einer Schauübung ins Stadtteilfest 1980 ein.

1981 bis 1982- Im wesentlichen waren die gleichen Aktivitäten der Vorjahre zu verzeichnen.

1982 wurden beispielsweise 34 Alarme ausgelöst, die mit der Berufswehr gemeinsam durchgeführt wurden. Übungen, Wachdienste, freiwillige Arbeitsdienste machten insgesamt in 1982 etwa 4100 Stunden aus. Die FW Lützenkirchen war auch vertreten, als der Chef der befreundeten Feuerwehr Fieberbrunn, Hans Putz, am 21. April zu Grabe getragen wurde.

1983 - Die Vorbereitungen zum 75jährigen Jubiläumsfest liefen schon seit längerer Zeit auf „Hochtouren", wobei auch hier die Feuerwehrmänner und ihre Chefs mit vollem Engagement mit von der Partie waren und es noch sind. Die vielfältigen festlichen Aktivitäten werden es unter Beweis stellen.

 

1984 - Großbrand in Opladen: Kölner Straße / Ecke Bahnhofstraße.

Die Einsatzdauer des Löschzuges dauerte 11 Stdunden. Zugfühere HBM Erich Rütz wurde am 27. Oktober in den Ruhestand verabschiedet.

Der Löschzug wurde im Jahr 1984 zu 27 Einsätzen alarmiert.